Erneuerung der Trinkwasserversorgungs- und Abwasserableitungsanlagen, Ausbau des Fulda-Radwegs R1, Ausbau der Naherholungsflächen am Fulda-Radweg R1 und grundhafter Ausbau der Verkehrsanlagen (Mündener Straße B 3)

Die Mündener Straße (OD Wilhelmshausen, B 3) ist erneuerungsbedürftig und soll entsprechend den derzeit gültigen Richtlinien und Empfehlungen als Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Bund, vertreten durch Hessen Mobil, ausgebaut werden.

 

Vorbereitende Maßnahmen (Vermessungsarbeiten, Bestandsaufnahmen, Baugrunderkundungen, usw.) wurden bereits durchgeführt.

Die Umsetzung der Maßnahme ist in Abschnitten für 2019 und 2020 vorgesehen.

Gesamtbetrachtung des Ausbaubereiches:

Im Ortsteil Wilhelmshausen soll im Zuge der Baumaßnahmen der Ortsdurchfahrt ein Teilstück des Fulda-Radwegs R1 als kombinierter Geh- und Radweg entsprechend den derzeitig gültigen Richtlinien und Empfehlungen ausgebaut werden.

Im Zuge dieses Aus- / Neubaus sollen die angrenzenden Grünflächen als Naherholungsflächen umgestaltet werden und durch den Bau einer neuen Slipanlage der touristische Zugang von der Fulda und in die Fulda verbessert werden.

Das Teilstück des Fulda-Radwegs R1 in der Ortslage Wilhelmshausen soll wegen der zukünftig stärkeren touristischen Nutzung den Charakter einer Uferpromenade erhalten.

Damit fügt sich die Maßnahme in die strategische Ausrichtung der Tourismusdestination GrimmHeimat NordHessen ein. Die Tourismusstrategie der GrimmHeimat NordHessen hat unter anderem die Sicherung und qualitative Aufwertung der touristischen Infrastruktur als wichtiges Handlungsfeld definiert. Dies betrifft insbesondere die Infrastruktur in den Bereichen Rad- und Wandertourismus, da diese beiden Themen zu den Schwerpunktthemen der Destination und ebenso zu den deutschlandweiten Trendthemen zählen.

In diesem Zusammenhang ist es auch von Bedeutung, dass das Regionalmanagement Nordhessen seit 2010 die Qualitätsentwicklung und die Vermarktung des Fulda-Radweg R1 koordiniert. Für das Jahr 2019 ist die Re-Zertifizierung des Radweges nach den Kriterien des ADFC geplant mit dem Ziel, die höchste Qualitätsstufe von 5-Sternen zu erreichen.

Baulastträger für den Aus- bzw. Neubau der Nebenanlagen und Grünflächen, der Slipanlage und des straßenbegleitenden Gehweges an der Mündener Straße ist die Gemeinde Fuldatal.

Baulastträger für die Fahrbahn der Mündener Straße (B3) und des Radwegs ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Straßenbauverwaltung Hessen Mobil.

Durchzuführende Maßnahmen:

Trinkwasserversorgungsanlagen:

Der Zustand der Wasserversorgungsleitungen in der Mündener Straße entspricht nicht dem Stand der Technik. Es sind hier in den letzten Jahren vermehrt Rohrbrüche aufgetreten. Einige Hausanschlussleitungen sind noch aus Blei und müssen dringend getauscht werden.

Deshalb soll die Wasserleitung im gesamten Straßenausbaubereich erneuert werden. Insgesamt sollen ca. 730 m Wasserleitung inklusive ca. 20 Hausanschlüsse neu verlegt werden.

Die Ausführung der Wasserleitungsarbeiten ist für das Jahr 2020 in Abschnitten vorgesehen.

Abwasserableitungsanlagen:

Der Zustand der Abwasserleitungen in der Mündener Straße ist sehr unterschiedlich. Einige Abschnitte sind noch in Ordnung und können erhalten bleiben, andere Bereiche können durch eine Sanierung wieder ertüchtigt werden und andere Abschnitte müssen erneuert werden. Insgesamt sollten ca. 150 m Kanal inklusive ca. 20 Hausanschlüsse erneuert werden und die restlichen Bereiche grabenlos saniert werden.

Die Ausführung der Kanalerneuerungs- und Kanalsanierungsmaßnahmen sind für das Jahr 2020 in Abschnitten vorgesehen. Eventuelle anfallende Kanalbaumaßnahmen im Bereich der Naherholungsflächen am Fulda-Radweg R1 sind für das Jahr 2019 vorzusehen.

 Verkehrsanlagen:

Der Zustand der Mündener Straße einschließlich Nebenanlagen ist sehr schlecht. Nach Untersuchungen durch Hessen Mobil ist eine grundhafte Erneuerung notwendig. Hierbei wird der Bereich der Straße durch den Bund, vertreten durch Hessen Mobil, ausgebaut. Die Planungsleistungen für den Bund werden ebenfalls durch das Ing.-Büro Hesse und Partner aus Kassel erbracht.

Der Bauanfang ist am Einmündungsbereich der Berliner Straße (Beginn OD) und das Bauende an der Ortsgrenze / Ortsausgang Richtung Hann. Münden.

Die derzeitigen Verkehrsverhältnisse im Gehwegbereich an der Mündener Straße sind unzureichend. Die Verkehrsräume für den Fußgänger bzw. Radverkehr sind nicht genau definiert, nicht vorhanden bzw. unterdimensioniert.

Die vorhandenen Wege weisen aufgrund des zu geringen bzw. fehlenden Aufbaues des Ober- bzw. Unterbaues Setzungsverformungen auf und befinden sich in einem baulich schlechten Zustand. Die Frostsicherheit ist nicht gewährleistet. Unterschiedliche Setzungen und Frostabsprengungen im Asphaltbelag sowie teilweise zu große Querneigungen bilden Unfallschwerpunkte.

Die Ausführung der Maßnahme ist für das Jahr 2020 in Abschnitten im Anschluss an die Baumaßnahmen zur Erneuerung der Wasserversorgung und Erneuerung und Sanierung der Abwasserableitung zusammen mit dem Bund vorgesehen. Eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung wird zurzeit erarbeitet.

Ausbau des Fulda-Radwegs R1:

Der Fulda-Radweg R1 soll im Ortsteil Wilhelmshausen als kombinierter Geh- und Radweg entsprechend den derzeit gültigen Richtlinien und Empfehlungen ausgebaut werden. Innerhalb der Ortslage soll der Bereich wegen der bestehenden und der zu erwartenden touristischen Frequentierung den Charakter einer Uferpromenade erhalten.

Die Gesamtbaulänge beträgt ca. 873 m.

Der Bauanfang liegt südlich der Ortslage Wilhelmshausen, ca. 80 m südlich des Bootshauses der Universität Göttingen, im Anschluss an den vorhandenen Radweg R1 nach Kassel. Das Bauende befindet sich am nördlichen Ortsausgang Wilhelmshausen, hier erfolgt wiederum der Anschluss an den vorhandenen Radweg R1 Richtung Hann. Münden.

Der Verlauf des Radwegs soll zur Reduzierung der Konflikte zwischen den Nutzern des Radwegs und des Bootshauses der Universität Göttingen, hinter das Gebäude, an die B3 verlegt werden. Entsprechende Verträge mit der Universität Göttingen wurden geschlossen.

Durch die immer mehr zunehmende Nutzung des kombinierten Geh- und Radwegs, sowohl durch Radwanderer und Radsportler, als auch durch Spaziergänger, spielende Kinder, Wassersportler, usw., kam es in der Vergangenheit immer wieder zu gefährlichen Konfliktsituationen. Die derzeit vorhandene Breite des gemeinsamen Geh- und Radwegs ist mit 2,00 m äußerst unterdimensioniert. Aufgrund dessen wurde im Zuge der Entwurfsplanung die Breite auf 4,00 m erweitert. Dies entspricht den Vorgaben der angewandten Regelwerke und Empfehlungen. Die Verbreiterung des Geh- und Radwegs erfolgt aufgrund beengter Platzverhältnisse durch die angrenzende Bundesstraße überwiegend uferseitig.

Die Bauausführung der ist für das Jahr 2019 vorgesehen.

Ausbau der Naherholungsflächen am Fulda-Radweg R1:

Der immer weiter steigende Fremdenverkehr in der Ortslage Wilhelmshausen erzeugt besonders in der Ferienzeit und an Wochenenden einen erhöhten Bedarf an Naherholungsflächen. Hierfür bietet sich der Uferbereich der Fulda geradezu an.

In der gesamten Gemeinde Fuldatal gibt es, weder im Ortsteil Wilhelmshausen noch im Ortsteil Wahnhausen, bis jetzt kaum Möglichkeiten den namensgebenden Fluss touristisch bzw. zur Freizeitgestaltung zu nutzen. Am sinnvollsten für derartige Aktivitäten bietet sich in der Gemeinde Fuldatal der Uferbereich in der Ortslage Wilhelmshausen an. Hier empfiehlt es sich, im Rahmen des Aus- / Neubaus des Radwegs R1 auch die touristische Nutzung für Wassersportaktivitäten einzubeziehen bzw. den Fluss selber für Einheimische und Gäste „zu öffnen“, d.h. sichtbar und erlebbar zu machen.

Der Bereich zwischen vorhandenem Geh- / Radweg und Mündener Straße bzw. Fuldaufer wird zurzeit kaum genutzt. Nur wenige Sitzmöglichkeiten laden zum Ausruhen ein.

Mehr und in der Ausstattung bessere „Verweilplätze“ sollen geschaffen werden. Kinder und Senioren sollen sich an Fitnessgeräten „austoben“ können, um danach in den Liegestühlen zu entspannen, mit freiem Blick auf die Fulda. Radfahrer finden an mehreren Stellen in der Nähe von Sitzrondellen Möglichkeiten, ihre Räder sicher abzustellen und anzuschließen.

Um die touristischen Möglichkeiten bestmöglich aufzuwerten und zu steigern, sind an mehreren Stellen entlang des kombinierten Geh- und Radwegs in der Ortslage Wilhelmshausen neue Aufenthaltsflächen geplant worden, zum „Erleben der Natur“.

Gegenüber der Einmündung der Berliner Straße, sind mehrere Tisch-/ Sitzgruppen als Wasserwanderrastplatz und auch für Fahrradtouristen mit Fahrradabstellmöglichkeiten vorgesehen. Die Möglichkeit, den vorhandenen Imbiss an der Mündener Straße aufzusuchen, wird im Zuge der Neugestaltung der Bundesstraße in der Ortslage Wilhelmshausen durch den Bau eine Gehweganbindung und einer Überquerungsmöglichkeit über die B3 geschaffen.

In Höhe der vorhandenen Fußgängerampel ist ein Sitzrondell mit Überdachung geplant. Auch hier sind Fahrradabstellmöglichkeiten vorgesehen.

Mehrere geplante Sitzbänke entlang des kombinierten Geh- / Radwegs laden ebenfalls zum Ver-weilen ein. Diese Rast- und Fahrradabstellplätze mit den Zuwegungen und die Aufstellflächen für die Sitzbänke sollen aus Betonsteinpflaster hergestellt werden. Eingefasst werden diese Bereiche seitlich jeweils durch einen Natursteinläufer in Beton.

Die Grünfläche zwischen dem direkt in die Fulda fließenden „Mühlbach“ und dem geplanten Gehweg soll als Spiel- und Sportfläche umgenutzt werden. Verschiedene Fitnessgeräte für Senioren und Kinder sollen locker auf der Fläche angeordnet werden. Fest installierte Liegestühle mit freiem Blick auf die Fulda sollen nach der Anstrengung zum Ausruhen einladen.

Hinter dem zulaufenden „Mühlbach“ in Richtung Hann. Münden ist auf ca. 40 m Länge eine Ufertreppenanlage entlang des Fuldaufers geplant. Breite Betonstufen sollen zum Sitzen, Rasten und Träumen einladen. Anlegemöglichkeiten für Wassersportler mit Kanu, Kajak und Schlauchboot werden geschaffen (Festmachpoller).

Die Bauausführung ist für das Jahr 2019 zusammen mit dem Ausbau des Fulda-Radwegs R1 vorgesehen.

Slipanlage:

Die vorhandene alte Fährstelle im Ortsteil Wilhelmshausen, gegenüber der Einmündung der Holzhäuser Straße in die Mündener Straße, wird zurzeit illegal zum Einsetzen von Freizeitbooten genutzt.

Die Anlegestelle soll zurückgebaut werden, da es hier immer wieder gefährliche Situationen beim Rangieren mit Bootsanhängern sowohl auf der Mündener Straße (B3), als auch auf dem kombiniertem Geh- / Radweg gegeben hat.

Im Bereich der jetzigen Zufahrt zum Bootshaus der Universität Göttingen, gegenüber der Einmündung der Berliner Straße, soll eine neue Slipanlage gemäß der „Richtlinie für die Gestaltung von Wassersportanlagen an Binnenwasserstraße - RiGeW“ errichtet werden.

Geplant ist eine Rampe aus Beton parallel zum Flusslauf in Strömungsrichtung mit angrenzendem Bootssteg.

Der Standpunkt wird nördlich des vorhandenen Leitungsmastes der ENM sein.

Die Rampe soll in einer Breite von 4,00 m gebaut werden. Um das Abgleiten des Zugfahrzeuges oder Trailers zu verhindern, wird die Rampe mit einer Fuß- und Seitenschwelle gebaut werden.

Angrenzend ist ein gepflasterter Weg (Betonsteinpflaster) als Ein- und Ausstiegsstelle mit Landzugang in einer Breite von 1,25 m geplant. Bootssteg und Gehweg werden mit Hilfe von Spundwänden errichtet.

Die bituminöse Zufahrt von der Mündener Straße zum Bootshaus und zur Slipanlage ist in einer Breite von 5,45 m geplant, um ein problemloses, zügiges und konfliktfreies Rangieren zu ermöglichen. Überprüft wurde dies im Rahmen der vorliegenden Planung mittels Schleppkurven.

Der geplante Standort der neuen Slipanlage gegenüber der Einmündung der Berliner Straße trägt zur gesteigerten touristischen Nutzung durch Bootstouristen bei, z.B. wird auch die örtliche Gastronomie öfter besucht werden.

Neben der touristischen Bedeutung hat das Vorhaben auch eine besondere wirtschaftliche Bedeutung für die Gemeinde Fuldatal und den Ortsteil Wilhelmshausen.

Durch die Schaffung und den Ausbau von touristischer Infrastruktur, u. a. als Rastplatz für Wassersportler/innen und Fahrradfahrer/innen, soll zum Aufenthalt in der Ortschaft Wilhelmshausen eingeladen werden. Bisher ist diese Zielgruppe aufgrund der veralteten oder nicht vorhandenen Infrastruktur weitestgehend ohne Halt durchgefahren.

Hierdurch wird es auch zu einer stärkeren Frequentierung der ortsansässigen Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe kommen. Dies wird zum Erhalt und voraussichtlich zu einer Ausweitung der vorhandenen Arbeitsplätze und Betriebe beitragen. Auch die in den weiteren Ortsteilen der Gemeinde Fuldatal ansässigen Handwerksbetriebe werden davon profitieren.

Ohne den Ausbau der touristischen Infrastruktur mit Gewährung einer Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung ist eine wirtschaftliche Entwicklung der ortsansässigen Betriebe nicht möglich.

Die Bauausführung der Slipanlage ist für das Jahr 2019 zusammen mit dem Ausbau des Fulda-Radwegs R1 vorgesehen.

Weitere Vorgehensweise:

Eine Vorstellung der Maßnahme für die Gremien erfolgte in der Sondersitzung des Bau- und Planungsausschusses am 06.02.2018.

Eine Grundsatzentscheidung zur Sanierung der Mündener Straße (B 3) im Ortsteil Wilhelmshausen inklusive der Erneuerung der Trinkwasserversorgungs- und Abwasserableitungsanlagen, dem Ausbau des Fulda-Radwegs R1, dem Ausbau der Naherholungsflächen am Fulda-Radweg R1 und dem grundhaften Ausbau der Verkehrsanlagen (Mündener Straße B 3) wurde am 20.02.2019 durch die Gemeindevertretung getroffen.

Die Anlieger werden noch im ersten Halbjahr 2019 über die geplante Maßnahme informiert.

Die Veröffentlichung der Arbeiten für die Naherholungsflächen, den Fulda-Radweg R1 und der Slipanlage soll im März/April 2019 stattfinden. Eine Umsetzung könnte, mit Baubeginn im Juni 2019, bis Ende 2019 erfolgen.

Die Ausführung der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen sowie der Verkehrsanlagen erfolgt dann im Jahr 2020.

 

Fuldatal, 21.02.2019