Kreis richtet Bürgertelefon ein

20.03.2020

Landkreis Kassel. Der Landkreis Kassel richtet ein Bürgertelefon unter der Nummer 0561/1003-1177 ein. „Wir wollen damit eine Möglichkeit schaffen, auf die vielen berechtigten Fragen der Bürgerinnen und Bürger Antworten geben zu können“, informiert Vizelandrat Andreas Siebert. Auch wenn es auf den offiziellen Internetseiten des Hessischen Sozialministeriums, des Robert-Koch-Instituts und auch der Bundesministerien viele hilfreiche Informationen zur Verfügung gestellt werden, „ist die Möglichkeit am Telefon seine Fragen zu stellen, ein Weg, um die Information in der Bevölkerung zu verbessern“, betont Siebert weiter.

Das Bürgertelefon ist von Montag bis Freitag zwischen 8.00 und 18.00 Uhr besetzt – am Samstag ist das Bürgertelefon zwischen 9.00 und 13.00 Uhr zu erreichen.

Stadt und Landkreis Kassel arbeiten gemeinsam

17.03.2020

Auswirkungen der Corona-Pandemie: Stadt und Landkreis Kassel arbeiten gemeinsam gegen Ausbreitung des Coronavirus

 

Gemeinsame Pressemitteilung von Stadt Kassel und Landkreis Kassel

Übersicht der bestätigten Fälle der Atemwegserkrankung COVID-19, verursacht durch den Erreger SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren, im Bereich des Gesundheitsamts Region Kassel: 

Stadt Kassel: 15 infizierte Personen

Landkreis Kassel: 18 infizierte Personen

Vier der infizierten Personen werden derzeit in Krankenhäusern in Kassel behandelt. Alle anderen befinden sich ebenso wie die Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Sowohl die Infizierten als auch die Kontaktpersonen werden bisher täglich durch das Gesundheitsamt kontaktiert.

Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Zahl der Betroffenen sei aber davon auszugehen, dass die Kapazitäten auf Dauer nicht ausreichen werden. Die Kontaktpersonen werden dann nicht mehr tägliche Anrufe erhalten, sondern diese tragen für sich selbst Verantwortung.

Stadt und Landkreis Kassel treffen Vorbereitungen zur Umsetzung

Stadt und Landkreis Kassel bereiten sich derzeit darauf vor, die zwischen Bundesregierung und Bundesländern vereinbarten Regelungen zum einheitlichen Vorgehen zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten im öffentlichen Leben umzusetzen. Diese sollen am Mittwoch, 18. März, in Kraft treten und bis einschließlich Sonntag, 19. April, gelten. Allerdings liegt den Kommunen bislang keine rechtsverbindliche Regelung der Landesregierung vor. Diese brauche es aber, da die lokale Wirtschaft die Kommunalverwaltungen zunehmend unter Druck setzt und Klarheit möchte, hoben Oberbürgermeister Christian Geselle und Andreas Siebert, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Kassel, hervor.

Besonders in seiner Funktion als Präsident des Hessischen Städtetags ist Oberbürgermeister Geselle über die Lage auch fortlaufend in telefonischem Kontakt mit den weiteren Oberbürgermeistern und Landräten in Hessen: „Wir brauchen eine klare rechtliche Handhabe als Werkzeug, um diese guten Leitlinien vor Ort auch umsetzen zu können.“

Gespräche mit Vertretern des Kasseler Einzelhandels

Am Dienstagmittag führten Geselle und Siebert gemeinsam ein Gespräch mit Vertretern der Verbände von Handel, Gastronomie und Gewerbe, um über die bevorstehenden Regelungen zu informieren. Darin erläuterten sie auch, dass es für den stationären Einzelhandel durchaus möglich ist, den Kunden Lieferdienste nach telefonischer Bestellung anzubieten.

Gemäß der Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Bundesländern soll der Einzelhandel ausdrücklich nicht geschlossen werden bei: Lebensmitteln, Wochenmärkten, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäusern, Drogerien, Tankstellen, Banken, Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau- und Gartenbau, Tierbedarfsmärkte, Großhandel. „Die wichtige Botschaft ist: Die Versorgung für die Bürgerinnen und Bürgern ist gewährleistet“, betonten Geselle und Siebert.

Spielplätze müssen wegen großen Andrangs gesperrt werden

Im Vorgriff auf die rechtlichen Vorgaben des Landes hat die Stadt bereits beschlossen, ab sofort alle städtischen Spielplätze im Kasseler Stadtgebiet bis auf Weiteres abzusperren. Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Bei dem schönen Wetter der vergangenen Tage hat es auf einigen Spielplätzen einen großen Andrang gegeben.

Abstriche für Tests nur in begründeten Verdachtsfällen

Dem Gesundheitsamt wurde ein sehr großer Andrang an der zentralen Abstrichstelle am Klinikum gemeldet, wo sich immer mehr Menschen teils auch ohne ärztliche Anordnung auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2 testen wollen. „Abstriche können nur in begründeten Verdachtsfällen genommen werden“, betont Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel.

Erster Kontakt sei immer der Hausarzt, den man telefonisch über den Verdacht informieren sollte. Der zweite Schritt sei der ärztliche Bereitschaftsdienst und der dritte schließlich das Miteinbeziehen des zuständigen Gesundheitsamtes. „Eine dieser drei Instanzen trifft die Entscheidung, ob der Patient getestet wird. Der Test wird nur durchgeführt, wenn ein begründeter Verdacht besteht, also eine für das Coronavirus typische Symptomatik vorhanden ist und wenn der Patient sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder mit einer bereits positiv getesteten Person Kontakt hatte“, sagte Dr. Müller.

Auf Grund der Lage ist das Gesundheitsamt derzeit besonders gefordert. Zur Entlastung werden kurzfristig bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises das Gesundheitsamt unterstützen.

Politische Gremien tagen bis auf weiteres nicht mehr

Nach Beratung im Ältestenrat der Stadtverordnetenversammlung wurde entschieden, dass keine Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung, deren Ausschüsse, der Ortsbeiräte, der Kommissionen und weiteren Beiräten bis 30. April stattfinden. Der Magistrat tagt weiterhin.

Auch die Sitzungen der politischen Gremien im Landkreis Kassel finden vorerst nicht statt. Der Kreisausschuss tagt weiterhin.

Lageangepasste Öffnungszeiten der Stadtverwaltung: Keine Sprechzeiten mehr

Auch die Angebote der Stadtverwaltung werden eingeschränkt, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus‘ einzudämmen. Die Funktionsfähigkeit der einzelnen Bereiche wird sichergestellt sein, allerdings werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, alle mit der Stadtverwaltung zu regelnden Angelegenheiten möglichst zu verschieben. Ab sofort werden Termine nur nach vorheriger Vereinbarung über Telefon oder Internet angeboten. Gleiches gilt für den Landkreis Kassel.

Die Sprechzeiten entfallen, das gilt ohne Ausnahme für alle Bereiche. Es wird empfohlen, verstärkt den Online-Service über www.kassel.de/online-services zu nutzen oder telefonisch bzw. per E-Mail den Kontakt zur Stadtverwaltung aufzunehmen. Die Stadt Kassel bittet um Verständnis, dass mit Wartezeiten zu rechnen ist und nicht alle Anrufe und E-Mails sofort beantwortet werden können.

In den kommenden Wochen werden zahlreiche Beschäftigte der Stadt ihren Tätigkeiten von zu Hause aus über Telearbeitsplätze nachgehen. Kurzfristig hat die Abteilung Informationstechnologie dafür umfangreich Telearbeitsplätze eingerichtet. Das Personal im Rathaus und den weiteren Verwaltungsstandorten wird auf ein Mindestmaß heruntergefahren. Die versorgungskritischen Bereiche bleiben voll funktionsfähig und planen auch mit entsprechenden personellen Reserven, zum Beispiel Gesundheitsamt und Ordnungsamt.

Öffentlicher Nahverkehr: Lageangepasster Fahrplan seit Dienstag

Weiterhin aufrecht erhalten wird der öffentliche Nahverkehr. Die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) hat ihren Fahrplan seit Dienstag, 17. März, auf die Lage angepasst. Die Busse und Bahnen fahren dann im Wesentlichen wie an Sonn- und Feiertagen.

Aktuelle Informationen auf www.kassel.de/coronavirus und www.landkreiskassel.de/coronavirus

Informationen zum Thema Corona gibt die Stadt Kassel über das Servicecenter. Wegen der besonderen Situation hat das Servicecenter seine Kapazitäten aufgestockt und ist nicht nur unter der üblichen Rufnummer 115, sondern auch unter 05 61/787 1900 zu erreichen. Aktuelle Informationen gibt es fortlaufend auf www.kassel.de/coronavirus und www.landkreiskassel.de/coronavirus

Hinweis an die Redaktionen: Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte gibt das Gesundheitsamt Region Kassel keine weiteren Informationen über die persönlichen Umstände erkrankter Personen bekannt.

Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und Bundesländer

16.03.2020

Die Bundesregierung und die Regierungschefs der Bundesländer haben am 16. März 2020 folgende Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten im öffentlichen Bereich angesichts der Corona-Epidemie in Deutschland vereinbart:

  1. Ausdrücklich NICHT geschlossen wird der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Vielmehr sollten für diese Bereiche die Sonntagsverkaufsverbote bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt werden. Eine Öffnung dieser genannten Einrichtungen erfolgt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen. Alle Einrichtungen des Gesundheitswesen bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.
  2. Für den Publikumsverkehr zu schließen sind
    • Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen
    • Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen und ähnliche Einrichtungen
    • Messen, Ausstellungen, Kinos, Freizeit- und Tierparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen
    • Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen
    • der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen
    • alle weiteren, nicht an anderer Stelle dieses Papiers genannten Verkaufsstellen des Einzelhandels, insbesondere Outlet-Center - Spielplätze.
  3. Zu verbieten sind
    • Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich sowie Reisebusreisen
    • Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften.
  4. Zu erlassen sind
    • Besuchsregelungen für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Pflegeheime und besondere Wohnformen im Sinne des SGB IX sowie ähnliche Einrichtungen, um den Besuch zu beschränken (zB Besuch einmal am Tag, für eine Stunde, allerdings nicht von Kinder unter 16 Jahren, nicht von Besuchern mit Atemwegsinfektionen, etc.)
    • in den vorgenannten Einrichtungen sowie in Universitäten, Schulen und Kindergärten, soweit deren Betrieb nicht gänzlich eingestellt wird, ein generelles Betretungsverbot für Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in Risikogebieten im Ausland oder besonders betroffenen Regionen im Inland nach RKI-Klassifizierung aufgehalten haben
    • Auflagen für Mensen, Restaurants, Speisegaststätten und Hotels, das Risiko einer Verbreitung des Corona-Virus zu minimieren, etwa durch Abstandsregelung für die Tische, Reglementierung der Besucherzahl, Hygienemaßnahmen und –hinweise
    • Regelungen, dass Übernachtungsangebote im Inland nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können,
    • Regelungen, dass Restaurants und Speisegaststätten generell frühestens ab 6 Uhr zu öffnen und spätestens ab 18 Uhr zu schließen sind.

Empfehlungen zum Umgang mit der aktuellen Situation

14.03.2020

Empfehlungen des Landkreises Kassel und der Bürgermeisterkreisversammlung im Landkreis Kassel zum Umgang mit der aktuellen Situation

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

aufgrund der aktuellen Entwicklung sind alle Institutionen, aber auch Sie dazu aufgerufen, ihren Beitrag dazu zu leisten, die Ausbreitung des Corona Virus einzudämmen und somit vor allem die älteren und gesundheitlich belasteten Mitbürgerinnen und Mitbürger so gut wie möglich zu schützen und damit die Aufrechterhaltung unseres Gesundheitssystems zu unterstützen.

Der Landkreis Kassel hat sich daher in Absprache mit der Bürgermeisterkreisversammlung des Landkreises Kassel zu den folgenden Maßnahmen entschieden.

Publikumsverkehr im Rathaus

Alle Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, bis auf weiteres möglichst die Rathäuser nicht aufzusuchen bzw. diese Besuche auf das absolut notwendige Maß zu beschränken. Es wird empfohlen, vor einem anstehenden Besuch einen vorherigen Telefonkontakt zu nutzen.

Alle Besucher haben sich namentlich mit Adresse beim Besuch in den Rathäusern registriert zu lassen. Dies dient dazu, eine etwaige Infektionskette verfolgen zu können. Diese Daten dürfen auch erfasst werden, weil sie zur Eindämmung einer Pandemie nach dem Infektionsschutzgesetz erforderlich sind. Selbstverständlich ist der Datenschutz gewährleistet.

Dienstleistungen

Der Dienstbetrieb wird aufrechterhalten.

Kindergärten

Die Kindergärten sind geschlossen. Eine Notbetreuung für den vom Land Hessen definierten Personenkreis setzt eine Selbsterklärung der Sorgeberechtigten voraus

Brandschutz

Zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Brandschutzes werden derzeit keine Übungsdienste der Freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde durchgeführt. Die Einsatzbereitschaft ist gegeben.

Hallen, Gemeinschaftshäuser, Versammlungsstätten

Mit sofortiger Wirkung werden alle gemeindlichen Versammlungsstätten geschlossen.
Bei bereits geplanten privaten Veranstaltungen werden die Veranstalter auf die Risiken der angedachten Veranstaltungen besonders hingewiesen.
Bei gebuchten Terminen werden die Veranstalter verpflichtet, eine Teilnehmerliste zu erstellen.

Jugendarbeit

Die Inhouse-Angebote und etwaig anstehende Veranstaltungen der Jugendarbeit werden mit sofortiger Wirkung eingestellt. Dies betrifft die wöchentlichen Öffnungszeiten der Jugendräume, die in den Jugendräumen stattfindenden Workshops und Gruppenangebote.

Seniorentage

Die Seniorentage des Landkreises Kassel auf dem Sensenstein wurde vom Landkreis Kassel bereits abgesagt.

Gemeindeveranstaltungen

Alle kommunalen Veranstaltungen werden bis auf Weiteres abgesagt.

Schwimmbäder

Alle kommunalen Schwimmbäder werden geschlossen.

Vereine und Verbände

Allen Vereinen wird empfohlen, ihre Versammlungen bis auf Weiteres abzusagen. Vertreter der Kommunen werden bis dahin an Versammlungen nicht teilnehmen.

Jubiläen

Mit Rücksicht auf den besonders gefährdeten Personenkreis, werden die Kommunen bis auf Weiteres keine Besuche aus Anlass von Geburtstagen oder Ehejubiläen vornehmen.

Trauungen

Trauungen sollten in einem begrenzten Personenkreis stattfinden.

Beerdigungen

Trauerfeiern sollten in einem begrenzten Personenkreis stattfinden.

Gremiensitzungen

Zum Erhalt der kommunalen Handlungsfähigkeit können wichtige Sitzungen im notwendigen Rahmen stattfinden.

Liebe Mitbürger, liebe Mitbürgerinnen,

Für den Landkreis Kassel

gez. Andreas Siebert
Erster Kreisbeigeordneter

Für die Bürgermeister im Landkreis Kassel

gez. Michael Steisel
Vorsitzender der Bürgermeisterkreisversammlung