Blühende Vielfalt in Fuldatal

Um dem Verlust der Biodiversität entgegenzuwirken und gleichzeitig die Folgen des Klimawandels abzumildern wurde im Jahr 2022 die Mitmach-Kampagne „Blühende Vielfalt in Fuldatal“ ins Leben gerufen. Ziel war eine Sensibilisierung der Bevölkerung sowie ein sichtbarer Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt in der Gemeinde Fuldatal. Im Mittelpunkt standen die Vermittlung von Bewusstsein über die Bedeutung naturnaher Gärten für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität innerhalb der Ortsteile von Fuldatal sowie die Mitwirkung aller als wichtiger Baustein für einen erfolgreichen Klimaschutz und eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

In der Gemeinde Fuldatal haben sich viele Gärten verändert. Statt Obstbäumen und Gemüsebeeten überwiegen kurz gemähte Rasenflächen, immergrüne Sträucher und Koniferen. Vorgärten mit bunten Stauden und Frühblühern weichen grauen Schotterflächen. Die Versiegelung nimmt zu. Das hat Folgen: Insekten, Vögel und viele andere Tiere finden weniger Nahrung, Brutplätze und Lebensräume gehen verloren. Besonders der Rückgang der Insekten ist alarmierend. Sie sind die Nahrungsgrundlage für Vögel und viele andere Tiere.
Fehlen die blütenbestäubenden Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Schwebfliegen, können viele Pflanzen keine Samen bilden und Früchte tragen. Über 80 % unserer Wild- und Kulturpflanzen sind von Insektenbestäubung abhängig. Auch die Vielfalt an Obst und Gemüse auf unserem Teller verdanken wir letztlich den Insekten. Der Rückgang der Artenvielfalt ist ein stiller aber dramatischer Verlust.
Ebenso erfordern die unübersehbaren Folgen des Klimawandels den konsequenten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Wenn wir die Themen Starkregen und Überhitzung betrachten, dann spielen auch die Steingärten eine wichtige Rolle. Denn wo bei Starkregen das Wasser nicht versickern kann, drohen Überschwemmungen; und wo kein grüner Bewuchs der Wärme Einhalt gebietet, droht Überhitzung.

Es soll blühen und summen in Fuldatal
Die Idee für das Mitmachprojekt „Blühende Vielfalt in Fuldatal“ entstand bereits zu Beginn des Jahres 2021. Eine engagierte Mitarbeiterin des Wassererlebnishauses Fuldatal stieß das Projekt an und erarbeitete in einer ersten Konzeptphase, gefördert über das Umweltministerium Hessen, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fuldatal, die Ideen für die Mitmachaktion. In einem ersten Schritt wurde die Arbeitsgruppe „Blühende Vielfalt in Fuldatal“ ins Leben gerufen. Bei zahlreichen Treffen kamen interessierte regionale Akteure aus verschiedenen Bereichen im Rathaus Fuldatal zusammen. Der gemeindliche Baubetriebshof, die Fuldataler Schulen, die Evangelische Kirchengemeinde Ihringshausen und der NABU hatten bereits Blühflächen angelegt und konnten ihre wertvollen Erfahrungen einfließen lassen. Geplant wurde die Verteilung von Informationsflyern und Saatgut-Tütchen an die Fuldataler Bevölkerung. Als besonderes Highlight sollte ein ansprechendes Steckschild aus Holz, zum Aufstellen auf angelegten Blühflächen, den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung innerhalb der Gemeinde fördern. Die Herstellung aller Materialien wurde über das Klimaschutzmanagement der Gemeinde Fuldatal finanziert.
Passende Veranstaltungs- und Bildungsangebote durften nicht fehlen! Durch auf das Projekt zugeschnittene pädagogische Begleitveranstaltungen an den Fuldataler Schulen und Kindergärten sollten Kinder und Jugendlichen den Anreiz, die Idee und das Wissen zu ihren Eltern nach Hause transportieren. Die Finanzierung der pädagogischen Begleitveranstaltungen wurden über den Förderverein Umweltbildung Fuldatal sichergestellt. Eine ergänzende, über Sponsoren teilfinanzierte Veranstaltungsreihe für Eltern, Familien und Kinder im Wassererlebnishaus Fuldatal sollte für eine Information und Qualifikation zur Erhaltung der Biodiversität durch das richtige Anlegen und Pflegen von naturnahen Blühflächen im eigenen Garten sorgen.

Erfolgreiche Mitmach-Kampagne für mehr Artenvielfalt
Der Startschuss für die Kampagne fiel bei einem Auftakttermin am 10.03.2022. Im Grünen Klassenzimmer des Wassererlebnishauses Fuldatal informierten die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe die Presse über die Mitmach-Aktion für mehr Artenvielfalt in Fuldatals Gärten. Unterstützt von einer aktiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Klimaschutzmanagements begann die Verteilung der Flyer und der eigens hergestellte Saatguttütchen. Neben der Koordination des Projektes, hat die Gemeinde eine Internetseite mit umfangreichen Informationen zur Mitmach-Aktion erstellt.

Die Saatgutmischungen wurde im Rathaus, im Wassererlebnishaus und im ansässigen Bioladen ausgegeben. Zusätzlich hat die NABU Ortsgruppe Fuldatal das Saatgut bei mehreren Verteilaktionen gezielt an Interessierte übergeben. Von Mitte März bis Anfang Juni wurden etwa 2.500 Informationsflyer, 2.000 Saatgut-Tütchen und 500 Holz-Schilder verteilt.
Auf den Außenflächen der kommunalen Kitas sowie an den Schulen wurden Blühflächen angelegt. Der Baubetriebshof bereitete den Boden für die Einsaat vor und im Rahmen der pädagogischen Begleitveranstaltungen wurden die Flächen von den Kindern eingesät.

Die Kitakinder erfuhren, wie ein insektenfreundlicher Garten aussehen muss und warum die kleine Spinne im Steingarten keinen Besuch von anderen Insekten bekommt. Bei den Veranstaltungen an den Fuldataler Schulen lernten die Kinder wie eine Blühfläche angelegt wird, welche Pflege sie benötigt und was es im Jahresverlauf alles zu beobachten gibt.