Landkreis Kassel: Kreis bereitet sich auf Energieengpässe vor

|   Landkreis Kassel

Landkreis Kassel. Die drohenden Energieengpässe ab Herbst 2022 betreffen auch die Kreisverwaltung. „Unsere 84 Schulen und Sporthallen, neun Verwaltungsstandorte, die beiden Kreiskliniken, die Standorte der Abfallentsorgung sowie der Tierpark, der Sensenstein, Wülmersen und unsere Heime auf Sylt und in Schönau – für alle Immobilien bereiten wir uns auf Einschränkungen in der Gasversorgung vor“, informiert Landrat Andreas Siebert. Eine kreisinterne „Taskforce Gas“ habe bereits Pläne für Energieeinschränkungen im Winter 22/23 erarbeitet. 

„Vom 1. Mai bis 30. September werden alle unsere Schulen, Sporthallen und auch die Verwaltungsstandorte nicht beheizt“, so Siebert weiter. Die Warmwasseraufbereitung für die Duschen in den Sporthallen sowie für das Bistro im Kreishaus läuft aus hygienischen Gründen weiter. Die Heiztemperatur wird nachts und an Wochenenden abgesenkt und über das Projekt „Clever fürs Klima“ finden laufend Schulungen für die Schulhausmeister und Schulgemeinden zur effizienten Energienutzung statt. Siebert: „Wir gehen allerdings davon aus, dass diese Maßnahmen allein nicht ausreichen werden, wenn die Situation sich so dramatisch entwickelt, wie befürchtet“. 

Daher sehen die Pläne der Kreisverwaltung für Schulen, Sporthallen und Verwaltungsstandorte bei einer Verschärfung der Energieeinschränkungen vor, dass Treppenhäuser, Flure und nicht oder nur selten genutzte Nebenräume nicht mehr beheizt werden. Für die Kreisverwaltung werde das Thema Home‐Office wieder verstärkt genutzt. 

„Wir werden die Temperatur in den Büros ab 1. Oktober auf maximal 19 Grad herunterregeln – wir folgen hier den Empfehlungen der Europäischen Kommission“, erläutert Landrat Siebert. 

Der Landkreis werde wahrscheinlich bei Lieferengpässen für Gas auch nicht darum herumkommen, in den Sporthallen die Duschen abzustellen, was einige hessische Gebietskörperschaften bereits jetzt umgesetzt haben. Auch die mit Gas geheizten Sporthallen müssten bei Energieknappheit geschlossen werden. Siebert: „Wir werden uns hierüber und auch zu eventuellen weiteren Maßnahmen mit dem Staatlichen Schulamt abstimmen“. 

Damit der Betrieb von vielen Bürgern nachgefragten Dienstleistungen, die nicht über Home‐Office abgewickelt werden können, weiter möglich bleibt, prüfe der Landkreis für den Notfall Elektro‐Radiatoren anzuschaffen, um so zum Beispiel die Kfz‐Zulassungsstellen in Hofgeismar und Wolfhagen heizen zu können. 

Die beiden Kliniken in Hofgeismar und Wolfhagen werden von Zweistoffbrennern geheizt, die sowohl mit Gas wie auch mit Öl funktionieren. Auch für den Tierpark Sababurg und die Jugendburg und Sportbildungsstätte Sensenstein stehen aufgrund der Unabhängigkeit von der Gasversorgung keine Probleme an. Falls die Gasversorgung drastisch eingeschränkt wird, müssten „wir allerdings das Wasserschloss Wülmersen und unsere Heime auf Sylt und in Schönau schließen“, berichtet Landrat Siebert. Im Eigenbetrieb Abfallentsorgung werde es nach jetzigem Kenntnisstand keine Heizprobleme geben. 

„Wir bereiten uns auf größere Einschränkungen in der Heizperiode 22/23 vor und ich kann nur an alle Bürger appellieren im eigenen Interesse privat alles zu tun, um Energie zu sparen“, so Siebert abschließend. 

Wissenswert: 

20 der 84 Schulen und Sporthallen des Landkreises sind bei der Wärmeversorgung unabhängig von Gas, bei weiteren 33 wird Gas neben anderen Energieträgern genutzt. 31 Schul‐ und Sporthallen‐Standorte sowie die Verwaltungsstandorte in Hofgeismar (Manteuffel‐Anlage und Garnisonsstraße) und Wolfhagen (Ritterstraße) sowie auch die Gemeinschaftsunterkünfte in der Pommernanlage in Wolfhagen‐Gasterfeld werden nur mit Gas versorgt. 

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Weiter Informationen über Hilfsangebote gibt es unter  www.landkreiskasselhilft.de und beim Bürgertelefon unter  0561/1003−1177 (Mo. – Fr. zwischen 8.00 Uhr und 17.00 Uhr).

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