Statusbericht Breitbandausbau der Gemeinde Fuldatal

Dezember 2017

Der flächendeckende Breitbandausbau ist ein großes Anliegen der Gemeinde Fuldatal. Hiermit möchten wir Sie unterrichten über den Fortschritt und weitere Planungen.

Breitbandförderung des Bundes

Die Gemeinde Fuldatal hat Anfang 2017 sich zum Ziel gesetzt, an der Bundesförderung für Breitband teilzunehmen. Um einen Förderantrag stellen zu können, musste ein Markterkundungsverfahren durchgeführt werden. Das Markterkundungsverfahren forderte die Telekommunikationsanbieter auf, folgende Angaben zu machen:

1) über die aktuelle, Breitband-Versorgung für das gesamte Projektgebiet (Gemeindegebiet) nach Technologie und Bandbreite.

2) darüber, ob die identifizierten Gebiete bereits mit mindestens 30Mbit/s Downstream (Download) versorgt / betrieben werden.

3) darüber, ob die identifizierten Gebiete bereits mit mindestens 50 Mbit/s im Downstream (Download) versorgt / betrieben werden.

4) darüber, ob für die identifizierten Gebiete innerhalb der kommenden drei Jahre konkrete Ausbaupläne für eine Infrastruktur mit mindestens 30 bzw. 50 Mbit/s im Downstream vorliegen und ohne öffentliche Zuschüsse umgesetzt werden sollen.

Im Ergebnis haben die Telekommunikationsanbieter mitgeteilt, dass entweder bereits einige Gebiete mit dem Minimum von 30Mbit/s im Downstream (Download) versorgt werden oder ein entsprechender Ausbau in den nächsten drei Jahre geplant ist, so dass von den ca. 3.800 Haushalte im Gemeindegebiet nur 101 Haushalte als unterversorgt gelten.

Auf Grund der sehr niedrigen Zahl der unterversorgten Haushalte, ist die Wahrscheinlichkeit einen positiven Förderbescheid vom Bund zu erhalten sehr unwahrscheinlich. Deshalb hat die Gemeinde Fuldatal entschieden, keinen Antrag zur Förderung zu stellen.

Interessenbekundungsverfahren

Unter der Federführung von Espenau, haben insgesamt 9 Kommunen (Liebenau, Wahlsberg, Immenhausen, Grebenstein, Reinhardshagen, Bad Karlshafen, Espenau, Hofgeismar und Fuldatal) ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt.

Um die Versorgungssituation langfristig zu verbessern, werden alternative Vorgehensweisen zum Förderverfahren angegangen, um dem Ziel eines flächendeckenden Glasfasernetzes (FTTB) bis zu den Gebäuden entgegenzuarbeiten. So kann das angestrebte Ziel der Kommunen die Breitbandversorgung mit einem Minimum von 100Mbit/s flächendeckend auszubauen erreicht werden. Vorrangig sollen hierbei eigenwirtschaftliche Lösungen von Netzbetreibern betrachtet werden.

Die Bundesförderung hat einen Ausbau auf Basis von FTTC (Glasfaser bis zum Straßenverteiler und Kupfer bis zum Hausanschluss) zum Ziel. Die oben genannten Kommunen sind der Auffassung, dass FTTC jetzt schon bzw. aber spätestens in 2 Jahren veraltet ist bzw. nicht mehr ausreicht, deshalb kommt nur FTTB in Frage.

Das öffentliche Interessenbekundungsverfahren ist dazu geeignet Telekommunikationsanbieter aufmerksam zu machen, dass es ein großes unterversorgtes Gebiet gibt. Zu dem ist es für die Telekommunikationsanbieter deutlich wirtschaftlicher ein großes Gebiet mit vielen Haushalte zu Versorgen als zum Beispiel eine einzelne Gemeinde mit nur 1.000 Haushalten.

Die Firma MICUS Strategieberatung GmbH hat für die Kommunen das Interessenbekundungsverfahren durchgeführt und wird nun mit den Telekommunikationsanbietern, die ihr Interesse bekundet haben, Gespräche führen. Erste Gespräche sollten im Dezember 2017 stattfinden.

Es können weiterhin jederzeit andere Telekommunikationsanbieter einen Ausbau anstreben.

Zukunft

Gemäß dem Markterkundungsverfahren haben alle Telekommunikationsanbieter mitgeteilt, in den nächsten 3 Jahren auszubauen, um das Ziel von 30 bzw. 50 Mbit/s zu erreichen.

Für die Telekommunikationsanbieter die sich im Interessenbekundungsverfahren gemeldet haben, gehen jetzt erste Gespräche los. Ob diese Gespräche positiv verlaufen und zu einem eigenwirtschaftlichen Ausbau führen, ist noch offen.

So bald mehr Informationen zur Verfügung stehen werden wir Sie natürlich informieren.

Breitband wird unterschiedlich realisiert

In Deutschland unterscheidet man grundsätzlich zwischen fünf Breitband-Formen. Als da wären:

Internetzugang per DSL (ADSL, SDSL, VDSL)
Beim DSL wird der Internetzugang über die bestehende Telefonleitung realisiert. DSL kann daher im Prinzip überall dort genutzt werden, wo ein analoger oder ISDN-Telefonanschluss verfügbar ist. In Ballungsräumen und Städten ist die Verfügbarkeit weitgehend flächendeckend gegeben, Vorsorgungslücken gibt es vor allem im ländlichen Raum.

Internetzugang via Glasfaser
Bei Glasfaser-Anschlüsse setzt man auf dünne Fasern, die aus geschmolzenem Quarzglas hergestellt werden. Diese Glasfasern können Signale deutlich schneller und verlustärmer übertragen als Kupferkabel. So sind Datenraten von bis zu 200 Mbit/s im Downstream und 100 Mbit/s im Upstream möglich.

Internetzugang per TV-Kabel
Für das Breitbandinternet über Kabel werden üblicherweise die bestehenden TV-Kabelnetze genutzt. Diese sind um einiges leistungsfähiger als normale DSL-Anschlüsse und meist auch weniger Störanfällig. Datenraten von bis zu 400 Mbit/s im Downstream und 20 Mbit/s im Upstream sind inzwischen übers Kabel-Internet möglich.

Internetzugang via Mobilfunk (LTE)
Mit dem Mobilfunkstandard der vierten Generation - LTE (kurz für Long Term Evolution) - sind zur Zeit Datenraten von 100 Mbit/s im Downstream und 50 MBit/s im Upstream möglich. Zukünftig sollen sogar noch höhere Datenraten erreicht werden. Für LTE werden verschiedene Frequenzbereiche genutzt. Damit kann LTE nicht nur für den mobilen Internetzugang von unterwegs genutzt werden, sondern dient auch als stationärer Breitbandanschluss für Zuhause. Letzteres kommt insbesondere im ländlichen Raum zum Einsatz.


Internetzugang via Satellit

Beim Satelliten-Internet wird der Breitbandzugang über einen geostationären Satelliten bereit gestellt. Die Technologie kann nahezu in allen Gebieten in Detschland genutzt werden, allerdings sind die Kosten fürs Satelliten-Internet meist etwas höher als bei anderen Technologien. Es werden Übertragungsraten von bis zu 20 Mbit/s im Download und 6 Mbit/s im Upload erreicht.